· 

Corona - Hilfe gegen den Lagerkoller

Es gibt viele Anregungen und Hilfestellungen im Internet. Wir haben eine Liste erstellt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Die Tipps stellen eine Sammlung aus unserer therapeutischen Tätigkeit dar, die wir unseren Patienten empfehlen und die selbst auch gerne beherzigen. 

 

1. Behalten Sie Ihre Tagesstruktur, soweit es geht, bei.

Für unser Wohlbefinden ist es wichtig, dass wir eine gewisse Struktur im Verlauf des Tages beibehalten. In unserem täglichen Leben ist vieles ritualisiert. So kehren Dinge zu ähnlichen Zeiten immer wieder. Das gibt uns ein Gefühl von Sicherheit. Wir können uns darauf verlassen, dass wir zum Beispiel jeden Tag aufstehen, uns anziehen, Zähne putzen, frühstücken usw. Wenn es in der äußeren Welt plötzlich zu einer Krise kommt, erleiden wir einen Kontrollverlust und bekommen Angst. Die Welt ist aus den Fugen geraten und wir wissen nicht, wie es weitergehen wird. Um uns das Gefühl von Sicherheit selber wieder ein Stück zurückzugeben, ist es deshalb wichtig, dass wir, so turbulent es gerade auch ist, eine Tagesstruktur beibehalten oder uns eine neue, veränderte Struktur überlegen, die uns gut tut.   

 

2. Reservieren Sie jeden Tag eine feste Zeit, die nur Ihnen gehört.

Auch wenn es derzeit zwischen Homeoffice, Kinderbetreuung, Haushalt, Partnerschafts- und Beziehungspflege etc. wirklich schwierig ist, sich Zeit für sich zu nehmen (wir wissen, wovon wir sprechen :-)): TUN SIE ES! Nichts ist wichtiger, als sich jeden Tag eine kleine Auszeit nur für sich zu nehmen. Machen Sie in dieser Zeit etwas, dass Ihnen gut tut. Und dabei ist es völlig egal, ob Sie schlafen, ein Buch lesen oder raus in die Natur gehen. Wichtig ist, dass es etwas ist, das zu Ihnen passt und Sie jetzt brauchen. Schieben Sie den inneren Kritiker beiseite, der Ihnen Ihren Wunsch madigmachen möchte. Es ist egal, was Andere darüber denken, wie Sie Ihre freie Zeit verbringen.   

 

3. Verabreden Sie sich mit Ihren Freunden und Familie zu einem Plausch am Telefon.

Wir vermissen unsere Freunde und Familie. Ja, so richtig. Und je länger die Kontaktsperre andauert, desto mehr vermissen wir unsere Lieben. Um uns nicht ganz isoliert zu fühlen, ist es hilfreich, wenn wir uns mit den Menschen, die wir am liebsten haben, zu einem Telefonat verabreden. Und wenn man sich sehen möchte, dann gibt es diverse Internetanbieter, die es ermöglichen, uns per Videotelefonie zu sehen. Wie wäre es denn mit einer gemeinsamen Kaffeepause mit der Mama am Mittag und einer Verabredung am Abend mit einer guten Freundin auf einen Wein? Gut zu wissen: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Wir dürfen gemeinsam lachen, weinen, wütend am Ende hoffentlich erleichtert sein. 

 

4. Für Veranstaltungen, die ausfallen müssen, gibt es Alternativen.

Im Juli findet ein schönes Festival in Erlangen statt, wofür die Karten schon lange gekauft sind. Nun ist das Festival abgesagt. Schöner Mist. Zum Glück wird es wahrscheinlich verschoben, denn darauf freuen wir uns schon. Zu all den abgesagten Veranstaltungen gibt es auch wirklich gute Alternativen. Wir haben neulich zum Beispiel einen Onlinevortrag von einer Kollegin gehört. Das war informativ, hat Spaß gemacht und der (Corona) Alltag war für zwei Stunden Nebensache. 

 

5. Sport macht glücklich. 

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass uns körperliche Aktivität glücklich macht. Sie sind nicht so der Sporttyp? Macht nichts. Es reicht auch schon, wenn Sie jeden Tag an die frische Luft und eine Runde spazieren gehen. Hauptsache Sie betätigen sich und kommen ein wenig raus.

 

6. Gestalten Sie Ihr zu Hause.

Achtung, dieser Tipp kommt bei Menschen, denen 24 Stunden am Tag zu wenig sind, um Alles unter einen Hut zu bringen, nicht gut an! Aber es gibt auch Menschen, die sich auf genau der anderen Seite befinden, die nicht wissen, was sie mit der vielen Zeit anfangen sollen und denen die Decke auf den Kopf fällt. 

Vielleicht hatten Sie schon lange eine Idee, wie Sie Ihr zu Hause anders oder neu gestalten können. Fangen Sie an, Ihre Ideen umzusetzen. (Zum Glück sind einige Geschäfte bereits wieder geöffnet. Ansonsten können Sie auch Einiges online bestellen). Sie können sich zum Beispiel aber auch Blumen nach Hause schicken lassen. Das erfordert relativ wenig Zeit und bringt sowohl Farbe als auch Freude in die eigenen vier Wände.

 

7. Sie dürfen es sich leicht machen!

Sie haben heute keinen Nerv oder keine Lust zu kochen? Bestellen Sie sich Ihr Essen bei Ihrem Lieblingsrestaurant. So unterstützen Sie nicht nur sich selbst sondern auch die Gastronomie, die sich über Ihre Hilfe sehr freuen wird. Die Wohnung sieht aus wie "bei Hempels unterm Sofa" und Sie verspüren weder Kraft noch Motivation zu putzen? Sie können damit leben und gelassen sein, wenn Ihnen die Wollmäuse begegnen? Prima, dann verschieben Sie die Putzaktion und nehmen sich stattdessen eine kleine Auszeit für sich.

In dieser Ausnahmesituation (und nicht nur dann) dürfen Sie es sich leicht machen. Nehmen Sie jegliche (externe) Unterstützung an, die Sie bekommen können. 

 

8. Konsumieren Sie Medien bewusst und gezielt. Halten Sie sich von Panikmachern fern!

Fakten können Ihnen bei überwältigenden Gefühlen helfen. Seriöse und klare Informationen geben Orientierung und Sicherheit. Vermeiden Sie aber ununterbrochenen Medienkonsum und limitieren Sie den Konsum in Bezug auf COVID-19 bewusst. Immer wieder mit bestimmten Bildern und Schilderungen konfrontiert zu werden, auch von seriösen Medien vermittelt, ist nicht hilfreich, sondern belastend. Dabei ist es wichtig, sich vor allem von Panikmachern zu distanzieren. 

 

9. Denken Sie daran, die Situation wird vorübergehen!

Es ist wichtig zu verstehen, dass die COVID-19-Pandemie unweigerlich vorübergehen wird. Planen Sie bereits jetzt Aktivitäten, die Sie nach dem Überstehen der Situation ausführen möchten.

 

Wir hoffen, Sie haben den ein oder anderen Tipp gefunden, den Sie gut in Ihr Leben integrieren können.

 

Catiana Engelhardt, Stephanie Diemer und Nicole Jungbauer

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0